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Das Blau

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Das Blau

Ich bin das Himmelsblau, das nichts bedrängt.
Das Schwebende, das nicht träumt, noch denkt.
Habe kein Schicksal, keinen Willen;
leichter, als ich, ist nichts zu stillen.
Durchflutet von Freude oder Leid -
ich lobe die Notwendigkeit...
Dem goldgepanzerten Gletscher so fern
wie im Tale dem Waldanemonenstern -
ich lasse mich füllen, ich kann nichts tun,
als blauen, umhüllen und in mir ruhn...
Umwölbe wie meinen Kern die Welt...
Was weiß ich, ob sie Gott enthält.
Ich schlafe im Schatten meines Ich;
denn Meer und Ströme spiegeln mich.



Leo Sternberg, 1876-1937
Aus der Sammlung Im Weltgesang





Die Kinder-Gedichte-Welt feiert in wenigen Tagen ihren 8. Geburtstag.

Ich möchte mich für die wundervolle gemeinsame Zeit, das nicht nachlassende Interesse, die so aufbauenden und schönen Kommentare und Einträge im Gästebuch aus ganzem Herzen bedanken. 
In den Jahren haben sich über 500 !! Gedichte und über 160.000 !! Besucher hier eingefunden.
So möge es weitergehen. Ihr Zuspruch ist mir Ansporn, liebe Gäste. 


Dankeschön. 


Herzlichst Ihre,

Isabella Kramer




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Die Grillen

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Die Grillen



„Sage mir, o kleine Grille,
Warum ihr des Tages schweigt;
Abends, wenn der Mond sich zeigt,
Wenn der Tag sich löst in Stille,
Dann erst euer Liedlein geigt?“

„Ach, des Tags, wenn alle schwatzen,
Würden doch wir überschrien.
Und, wer weiß, im dichten Grün
Fänden noch uns freche Spatzen —
Und so wären wir dahin.

Doch sobald mit seinem wüsten
Treiben still der Tag erblasst,
Wenn die Ameis’ geht zur Rast
Von der Arbeit, dann erst rüsten
Wir in festlich froher Hast.

Denn zu festlich froher Weise
Finden wir des Nachts uns ein.
Mitten in den Mondenschein
Klinget unser Lied, so leise
Wie ein zarter Elfenreihn.*"

Frederic Mistral, 1830-1914




*Elfenreihn - das Wort gibt es so nicht, entweder ein Übersetzungsfehler, dem Reim geschuldet oder es ist ein Schreibfehler 







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Trutz, blanke Hans

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Trutz, blanke Hans 

Heut bin ich über Rungholt gefahren,
die Stadt ging unter vor fünfhundert Jahren.
Noch schlagen die Wellen da wild und empört,
wie damals, als sie die Marschen zerstört.
Die Maschine des Dampfers zitterte, stöhnte,
aus den Wassern rief es unheimlich und höhnte:
Trutz, blanke Hans.

Von der Nordsee, der Mordsee, vom Festland geschieden,
liegen die friesischen Inseln im Frieden.
Und Zeugen weltenvernichtender Wut,
taucht Hallig auf Hallig aus fliehender Flut.
Die Möwe zankt schon auf wachsenden Watten,
der Seehund sonnt sich auf sandigen Platten.
Trutz, blanke Hans.

Im Ozean, mitten, schläft bis zur Stunde
ein Ungeheuer, tief auf dem Grunde.
Sein Haupt ruht dicht vor Englands Strand,
die Schwanzflosse spielt bei Brasiliens Sand.
Es zieht, sechs Stunden, den Atem nach innen,
und treibt ihn, sechs Stunden, wieder von hinnen.
Trutz, blanke Hans.

Doch einmal in jedem Jahrhundert entlassen
die Kiemen gewaltige Wassermassen.
Dann holt das Untier tiefer Atem ein
und peitscht die Wellen und schläft wieder ein.
Viel tausend Menschen im Nordland ertrinken,
viel reiche Länder und Städte versinken.
Trutz, blanke Hans.

Rungholt ist reich und wird immer reicher,
kein Korn mehr faßt selbst der größte Speicher.
Wie zur Blütezeit im alten Rom
staut hier täglich der Menschenstrom.
Die Sänften tragen Syrer und Mohren,
mit Goldblech und Flitter in Nasen und Ohren.
Trutz, blanke Hans.

Auf allen Märkten, auf allen Gassen
lärmende Leute, betrunkene Massen.
Sie ziehn am Abend hinaus auf den Deich:
"Wir trutzen dir, blanker Hans, Nordseeteich!"
Und wie sie drohend die Fäuste ballen,
zieht leis aus dem Schlamm der Krake die Krallen.
Trutz, blanke Hans.

Die Wasser ebben, die Vögel ruhen,
der liebe Gott geht auf leisesten Schuhen.
Der Mond zieht am Himmel gelassen die Bahn,
belächelt der protzigen Rungholter Wahn.
Von Brasilien glänzt bis zu Norwegs Riffen
das Meer wie schlafender Stahl, der geschliffen.
Trutz, blanke Hans.

Und überall Friede, im Meer, in den Landen.
Plötzlich wie Ruf eines Raubtiers in Banden:
Das Scheusal wälzte sich, atmete tief
und schloß die Augen wieder und schlief.
Und rauschende, schwarze, langmähnige Wogen
kommen wie rasende Rosse geflogen.
Trutz, blanke Hans.

Ein einziger Schrei - die Stadt ist versunken,
und Hunderttausende sind ertrunken.
Wo gestern noch Lärm und lustiger Tisch,
schwamm andern Tags der stumme Fisch.
Heut bin ich über Rungholt gefahren,
die Stadt ging unter vor fünfhundert Jahren.
Trutz, blanke Hans?

Detlev von Liliencron (1844-1909)


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Parabeln und Rätsel - Friedrich Schiller (-auge)

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Kennst du das Bild auf zartem Grunde,
Es gibt sich selber Licht und Glanz.
Ein andres ists zu jeder Stunde,
Und immer ist es frisch und ganz.
Im engsten Raum ists ausgeführet,
Der kleinste Rahmen faßt es ein,
Doch alle Größe, die dich rühret,
Kennst du durch dieses Bild allein.
Und kannst du den Kristall mir nennen,
Ihm gleicht an Wert kein Edelstein,
Er leuchtet, ohne je zu brennen,
Das ganze Weltall saugt er ein.
Der Himmel selbst ist abgemalet
In seinem wundervollen Ring,
Und doch ist, was er von sich strahlet,
Noch schöner, als was er empfing.





Die Lösung:

Dies zarte Bild, das in den kleinsten Rahmen
Gefaßt, das Unermeßliche uns zeigt,
Und der Kristall, in dem dies Bild sich malt,
Und der noch Schönres von sich strahlt,
Er ist das Aug, in das die Welt sich drückt,
Dein Auge ists, wenn es mir Liebe blickt.





Friedrich Schiller





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Müde

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Müde

Sieh die letzten Blumen blühen,
Dunkler werden Wald und Feld,
Und die Wandervögel ziehen
Wieder in die ferne Welt;
Abendduft'ge Nebelhülle
Senket auf die Thäler sich,
Auf den Auen ist es stille,
Und wie ernst und feierlich!
Wald und Fluren werden müde,
Und es rauscht das Laub im Hain,
Nach dem langen frohen Liede
Suchen Ruh' die Blümelein.
Friede! Friede!






August Auch, 1817-1885






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Radnetzspinne Berta Koch

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Radnetzspinne Berta Koch
ruft entsetzt: „Herrjeh! Ein Loch!
Hier! In meinem Netz, ganz groß.
Ach, was mach ich denn jetzt bloß?

Ganz zerstört ist das Geflecht.
Hält nur noch mehr schlecht als recht.
Und es hängt, - ich mein, ich spinn! -
nicht ´mal eine Fliege drin.

Feines Netz hat seine Tücken,
lässt sich nicht so einfach flicken!
Alt und morsch sind meine Haxen,
neuem Netzbau kaum gewachsen.

Viel zu mühsam wird’s mir hier
bei Herrn Müller auf Tür 4.
Also werd ich nicht lang fluchen,
neues Jagdrevier mir suchen.“

Kaum gesagt, ist's schon getan.
Berta fängt zu krabbeln an.
Da! Bei Jansens Außenleuchte
schien es wohnlich, wie ihr deuchte.

Motten, Mücken, groß an Zahl,
schwirren dort im Lichterstrahl!
Bertas Magen brummt „Jawoll!
Hier find ich's so richtig toll!“

Unsre Spinne, gar nicht dumm,
folgt dem Magenrumgebrumm.
Fasst voll Hoffnung Kraft und Mut:
„Dieses Mal noch! Richtig gut!“

Webt sogar mit Doppelfaden,
dass ihr Netz bleibt ohne Schaden.
Groß die Mühe! Doch auch wert:
hat ein Spinnennetz beschert,

das sogar Nachtschwärmer hält!
„Wow! Das tollste Netz der Welt!“
schwärmt Emilio Weberknecht,
wohnhaft Türe 6, bei „Brecht“.

Berta, stolz und auch verlegen,
muss sich erstmal schlafen legen.
Schwer wiegt jedes Spinnenbein.
So schläft sie erschöpft gleich ein.

Träumt von Spinnenfestgelagen
an noch vielen satten Tagen.
Dem, was Spinnenherzen freute:
Große, fette Spinnenbeute!



©die amelie ´ 09








Gemälde: "Die lächelnde Spinne" von Odilon Redon, 1891 Wikimedia Commons




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